Ja zu einem Sommer-Gym. Ja zu Transparenz und Dialog beim ASVZ.

729 Unterschriften

Petition jetzt unterschreiben!

Für einen transparenteren und nutzerorientierten ASVZ.

Sehr geehrte Vertreterinnen und Vertreter der Zürcher Hochschulverbände,
sehr geehrte Mitglieder der Hochschulleitungen,

der ASVZ ist seit langem eine wichtige und geschätzte Säule der Zürcher Hochschulsportkultur. Die Aufbauarbeit früherer Führungspersönlichkeiten, etwa von Kaspar Egger [1, 2], der körperliche Aktivität eng mit mentaler Regeneration verknüpfte, prägt bis heute die Identität des Verbandes. Zahlreiche jüngere Entwicklungen stehen jedoch aus Sicht vieler Nutzerinnen und Nutzer nicht mehr im Einklang mit den grundlegenden Prinzipien des ASVZ-Leitbilds. Diese Petition bezieht sich insbesondere auf folgende Punkte:

a) Mangelhafte Planung und problematische Entscheidungen

Die fünfmonatige Schliessung (20.04.–30.09.2026) zentraler Anlagen wie des Fitnessbereichs am Hönggerberg wurde ohne Übergangslösungen beschlossen. Auch die vollständige Abschaffung aller Wellnessangebote deutet auf einen fortlaufenden Abbau der Infrastruktur hin, ohne modulare Alternativen zu prüfen. Dies widerspricht klar der im Leitbild formulierten Zielsetzung eines ganzjährigen […] vielfältigen […] Sportangebots“ für alle Nutzergruppen [3].

Auch die Boulderanlage blieb im Sommer 2025 vollständig geschlossen, obwohl die Arbeiten anders hätten gelegt werden können. Ebenfalls problematisch war der Vorfall rund um die kurzfristige Verschiebung eines Volleyballturniers. Die zeitliche Lage der Fitnessschliessung mitten in der Prüfungsphase erhöht zudem die Belastung für Studierende, insbesondere für Erstsemestrige.

All dies geschieht trotz einem positiven Rechnungsergebnis im Jahr 2024 [4].

→ Siehe Fussnote A für Details

b) Unzureichende Feedbackkultur und mangelnde Einbindung der Nutzer

Trotz der im Leitbild ausdrücklich genannten Verpflichtung zu einer „konstruktiven Feedbackkultur“ und zu „klaren Prozessen“ [3] blieben Konsultationsanfragen institutioneller Gruppen und der breiteren Community, sowie andere Petitionen im Jahr 2023 [5] und 2026 [6], ohne erkennbare konstruktive Lösungen.

Auch die Beendigung von Verträgen erfahrener Trainerinnen und Trainer trotz Personalmangels steht im Widerspruch zum Anspruch des ASVZ, "ein vorbildlicher Arbeitgeber“ zu sein. Dies gilt auch für den umfangreichen Einsatz von Stundenverträgen, selbst dort, wo einzelne Instruktorinnen und Instruktoren regelmässig eine hohe Anzahl von Stunden pro Woche arbeiten, ein Umfang, der unter arbeits- und sozialversicherungsrechtlichen Gesichtspunkten eine Prüfung eines Teilzeitarbeitsverhältnisses nahelegen würde [7].

→ Siehe Fussnote B für Details

c) Kommunikationsprobleme mit Auswirkungen auf die Nutzer

Viele Entscheidungen wurden top-down kommuniziert, ohne rechtzeitige Information der Betroffenen. Nutzerinnen und Nutzer erfuhren häufig erst kurz vor der Umsetzung, dass Angebote für mehrere Monate eingestellt oder nicht mehr repariert werden. Für Ausfälle, etwa die Schliessung des Fitnessbereichs, wurde zudem keine Kompensation angeboten.

→ Siehe Fussnote C für Details

Forderungen

Die Unterzeichnenden fordern die Zürcher Hochschulverbände und Hochschulleitungen auf, die strategischen und personellen Entscheidungen der ASVZ-Leitung gründlich zu prüfen und neu auszurichten.

Insbesondere fordern wir:

  • eine transparente Überprüfung und Weiterentwicklung der Führungsstrukturen des ASVZ zur Stärkung von Transparenz, Verantwortlichkeit und nutzerorientierter Governance

  • die Stärkung der Vielfalt und Zugänglichkeit der Angebote im Einklang mit dem Leitbild des ASVZ

  • transparente Entscheidungsprozesse sowie eine funktionierende Kultur des Dialogs und Feedbacks

  • eine campusübergreifende, langfristige und bedarfsorientierte Planung von Räumen und Infrastruktur (insbesondere am Campus Hönggerberg)

  • ein klares Bekenntnis zur ASVZ-Tradition des Ausbaus und der inklusiven Weiterentwicklung von Angebotenfür alle Nutzergruppen

Diese Petition soll einen konstruktiven und lösungsorientierten Dialog anstossen, um die Qualität und Zukunft des Hochschulsports in Zürich langfristig zu sichern.

Fussnoten / Hintergrundinformationen

A — Beispiele für unzureichende Planung

  • Fitnessbereich Hönggerberg: Eine fünfmonatige Schliessung bedeutet einen erheblichen Verlust an Trainingsmöglichkeiten während eines zweijährigen Masterstudiums und zwingt auf dem Campus wohnende Studierende, auf externe Fitnesszentren auszuweichen.

  • Weitere ASVZ-Standorte: Die Fitnessanlagen an Irchel und Polyterrasse sind das ganze Jahr über stark ausgelastet, was zu noch grösserer Überfüllung und erhöhter Belastung der ETH-Link-Verbindungen sowie des öffentlichen Verkehrs führt.

  • Modulare Lösungen: Während der COVID-Phase funktionierten Übergangsmodelle (Kapazitätsbegrenzungen, gestaffelte Zeiten) effektiv; warum hier keine solchen Lösungen geprüft wurden, bleibt unklar. Da nur der Saunabereich eine vollständige Renovierung benötigt, wäre eine kurze Schliessung mit anschliessender begrenzter, sicherer und modularer Wiedereröffnung des Fitnessbereichs möglich gewesen.

  • Boulderanlage: Den ganzen Sommer über geschlossen, obwohl die Arbeiten in die Winter-Schliessperiode hätten gelegt werden können.

  • Wellnessangebote: Alle drei Standorte (Irchel, Fluntern, Hönggerberg) verloren ihre Wellnessangebote; das Argument der „Platzbeschränkungen“ trifft auf Irchel oder Fluntern nicht zu.

  • Volleyballturnier-Vorfall: Teams kamen an und mussten vor Ort feststellen, dass die Halle aufgrund von Lösungsmitteldämpfen einer frisch gestrichenen Wand unspielbar war. Trotz angekündigter Kommunikation der Organisatoren erfolgte keine vorherige Mitteilung.

  • Finanzen: „Das Jahr 2024 ist aus finanzieller Sicht sehr erfreulich verlaufen […] Rechnungsergebnis CHF 804’708.41 […] Vereinsvermögen: CHF 3’528’227.63 […] über 2 Millionen Besuche.“ [4] — dennoch flossen Mittel in den Abbau von Angeboten statt in die Bereitstellung neuer Räume.

B — Feedbackkultur & Einbindung der Nutzer

  • Anfragen von AVETH und WiNS führten zu keiner sichtbaren Neubewertung.

  • Die Petition von 2023 (> 200 Unterschriften) [5] und die Petition von 2026 (> 600 Unterschriften) [6] hatten keinen erkennbaren Effekt.

  • Trainerinnen und Trainer über 65 werden trotz Personalmangels nicht weiter beschäftigt:

  • TRX-Kurs (Dienstagabend, Hönggerberg) wurde ohne Ersatz abgesagt.

  • Die Djembe-Community erhielt nach Verlust ihres langjährigen Instruktors lediglich eine technische Antwort („Verlängerungsmöglichkeiten seien ausgeschöpft“) ohne inhaltliche Erklärung.

  • Alumni werden zwar im Leitbild als Nutzergruppe aufgeführt, sind jedoch nicht im ASVZ-Vorstand vertreten.

  • Stundenverträge können nach Schweizer Arbeits- und Sozialversicherungsrecht problematisch sein, wenn regelmässig viele Stunden pro Woche gearbeitet werden und eine hohe organisatorische Integration besteht; AHV-Stellen beurteilen solche Fälle oft als potenzielles de-facto-Arbeitsverhältnis, insbesondere bei Einkommensabhängigkeit von einem einzigen Auftraggeber, wie frühere Urteile zeigen [8,9].

C — Kommunikationsprobleme

  • Die Kommunikation erfolgt überwiegend top-down, ohne rechtzeitige Information der Betroffenen.

  • Kurzfristige Absagen (z. B. TRX- und Montagmorgen-Kurse, Super Kondi freitags usw.) erschweren eine verlässliche Planung; sie hängen auch mit der bewussten Nichtbeschäftigung erfahrener Trainer über 65 zusammen.

  • Beispiel Hönggerberg: Jahreskarteninhaber erfuhren erst während des laufenden Abonnementsjahres, dass das Fitnesscenter fünf Monate lang geschlossen sein würde.

Daria Maslennikova, David Lemle

no5monthclosure@gmail.com

[1] https://www.kommunikation.uzh.ch/static/unimagazin/archiv/4-96/asvz.html 

[2] https://www.uzh.ch/de/explore/portrait/awards/senators/2013/egger.html 

[3] https://www.asvz.ch/en/node/624#details1-fold-92-0 

[4] https://www.asvz.ch/sites/default/files/imce/documents/_ÜBER%20ASVZ/ASVZ_Jahresbericht_2024_Web.pdf 

[5] https://www.openpetition.eu/ch/petition/online/verkleinerung-des-wellnessbereiches-im-asvz-hoenggerberg-nein 

[6] https://www.save-the-sauna.ch 

[7] https://www.seco.admin.ch/seco/de/home/Arbeit/Personenfreizugigkeit_Arbeitsbeziehungen/schwarzarbeit/Arbeit_korrekt_melden/Selbstaendige.html 

[8] https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/clir/http/index.php?highlight_docid=atf://147-V-268:de&lang=de&zoom=&type=show_document 

[9] https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/clir/http/index.php?highlight_docid=atf://119-V-161:de&lang=de&zoom=&type=show_document

Aktuelle Daten

Was Unterzeichnende sagen